Fliegen ohne schlechtes Gewissen?

Flüge kompensieren

Ein Wochenende in Stockholm, ein Kurztrip nach Barcelona und der Erholungsurlaub auf Teneriffa. Bis vor kurzem habe ich mir kaum Gedanken darüber gemacht, wie schädlich Flugreisen für unsere Umwelt sind. Im Gegenteil: Ich habe den Jetset-Lifestyle vieler Influencer bewundert und mich gefreut, wenn ich möglichst viele Flugmeilen auf mein Konto schreiben konnte.

Erst Anfang dieses Jahres habe ich mir bewusst Gedanken darüber gemacht, wie sich Flugreisen auf meinen ökologischen Fußabdruck auswirken. Ich war noch nie ein Fan von Kurzstreckenflügen innerhalb Deutschlands. Da nehme ich, wenn es nicht anders geht eigentlich immer lieber die Bahn. Allerdings bin ich gerne mal übers Wochenende weggeflogen – etwas, das ich in Zukunft auf jeden Fall vermeiden möchte.

Flüge kompensieren

Trotzdem: So ganz auf Flüge verzichten, kann bzw. will ich aktuell nicht. Im Februar ging es für mich beruflich von Berlin nach Zürich, letzte Woche war ich mit einer Freundin auf Kreta und im August steht noch eine Reise nach Irland an.

Als ich nach Zürich geflogen bin, habe ich mich zum ersten Mal mit der Möglichkeit, Flüge zu kompensieren beschäftigt. Mittlerweile gibt es verschiedene Organisationen, mit denen man den CO2-Verbrauch pro Flug berechnen kann, um dann einen Betrag an Projekte zu spenden, die sich für eine geringe CO2-Emission in anderen Bereichen einsetzten. Hier gibt es drei Organisationen, die laut der Verbraucherschutz-Zentrale zu empfehlen sind: atmosfair, myclimate, moorfutures.

Ich habe mich bei meinen beiden letztem Flügen für atmosfair entschieden. Dort werden unter anderem Projekte für energieeffizientere Öfen in Ruanda, Nigeria und anderen Ländern oder die Gewinnung von Biogas aus Kuhdung in Kenia unterstützt. Unten seht ihr einen Screenshot von der Kompensation für meinen Hin- und Rückflug nach Kreta. Da wird auch noch mal deutlich, wie viel CO2 Fliegen im Vergleich zu anderen „Klimasünden“ verbraucht.

Warum verzichte ich nicht ganz aufs Fliegen?

In Schweden hat sich das Wort „Flygskam“, also Flugscham durchgesetzt. Hier verzichten nicht erst seit Greta Thunberg immer mehr Menschen aufs Fliegen und nehmen stattdessen die Bahn. Das Problem: Eine Reise mit der Bahn frisst auf längeren Strecken deutlich mehr Zeit. Wer beruflich viel unterwegs ist oder keinen wertvollen Urlaubstag für eine lange Anreise vergeuden möchte, für den ist Fliegen daher oft die beste Wahl. Ich möchte in Zukunft wieder häufiger innerhalb Deutschlands oder in den leicht zu erreichenden Nachbarländern Urlaub machen. Gerade, wenn es um Kurztrips geht, ist das von nun an meine erste Wahl. Allerdings gibt es so viele Orte und Länder, die ich noch entdecken möchte, die teilweise nur mit dem Flugzeug zu erreichen sind. Reisen macht mir wahnsinnig viel Spaß. Die Zeit auf Kreta war wahnsinnig entspannend und befreiend. Solche Urlaube sind etwas, das ich mir weiterhin ab und an „gönnen“ möchte. Ich habe in meinem Job nicht unbegrenzt viele Arbeitstage, deshalb ist es für mich leider keine Option mit dem Zug oder Auto nach Spanien zu fahren, wenn ich einfach nur in der Sonne entspannen möchte. Da würden An- und Abreise dann vermutlich mehr Urlaubstage fressen als der eigentliche Urlaub. Klar, so ein Roadtrip kann auch ein toller Urlaub sein, aber eben auch nur, wenn man die Zeit und Energie dafür hat.

Dennoch möchte ich nicht blind an jeden Ort fliegen, nur weil ich es kann. Im folgenden habe ich daher noch mal zusammengefasst, worauf ich in Zukunft achten möchte, um mich selbst nicht einzuschränken, aber gleichzeitig weniger und bewusster zu fliegen.

Darauf will ich in Zukunft achten

  • Keine Flüge innerhalb Deutschlands
  • Kurztrips nur zu Orten, die auch per Bahn oder Auto erreichbar sind
  • Flüge kompensieren
  • Wenn möglich längere Reisen als Roadtrip/Rundreise planen anstatt zu fliegen

4 Kommentare bei „Fliegen ohne schlechtes Gewissen?“

  1. Flygskam – das trifft es sehr gut. Da ich seit letztem Jahr vermehrt reise, hat mich dieses Gefühl auch beschlichen. Vor allem, in den letzten Wochen. Lustig, dass du jetzt darüber berichtest – du triffst meinen zeitlichen Nerv gerade total!

    Ich wende deine Tipps auf jeden Fall schon an, und werde in Zukunft auch weiterhin meine Flüge kompensieren.

    Liebe Grüße
    Dahi Tamara

  2. Toller Text! Ich bin ehrlich – ich liebe das Reisen, und so gerne ich auch mehr für die Umwelt tun würde, auf’s Fliegen zu verzichten ist für mich (genau wie bei dir) nur begrenzt eine Option. Dafür achte ich an anderen Stellen vermehrt darauf und nehme z.B. so gut wie nie das Auto.

    Liebe Grüße,
    Alex

  3. Hallo Hanna,
    wir fliegen wirklich nur, wenn das mit dem Auto anreisen nicht möglich ist. Finde deinen Beitrag super. Jeder sollte mal darüber nachdenken 🙂

    Schönen Sonntag!

    Liebst Linni
    http://www.linnisleben.de

  4. […] steht für mich stellvertretend für alle Anbieter, die es ermöglichen, Flüge zu kompensieren. Zu diesem Thema habe ich hier auch bereits einen ausführlicheren Blogpost geschrieben. Denn mit dem Urlaub auf einer Insel ging natürlich auch eine Flugreise […]

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