Bloß kein Stress

Gemütlicher Sonntag

Meine To-Do-Liste für den Samstag ist lang: Fotos für den Blog und Instagram, einen neuen Blogpost schreiben, an dem Kurzfilmprojekt, das ich vor Ewigkeiten begonnen habe und für das immer die Zeit fehlt, weiterarbeiten, Fitnessstudio, Wohnungsputz und wenn das alles abgehakt ist, noch rausgehen und etwas Schönes erleben, vielleicht ein wenig shoppen und die Glamour Shopping Week ausnutzen.

Ein hoch auf das Lazy Weekend!

Was ich am Samstag dann tatsächlich getan habe? Im Fitnessstudio waren mein Freund und ich morgens tatsächlich. Das war allerdings der erste und letzte Punkt der To-Do-Liste, den ich abhaken konnte. Wir sind rausgegangen, um ein wenig shoppen zu gehen, vielleicht noch etwas essen oder in ein Café. Wir waren ungefähr 50 Meter gegangen, da meinte mein Freund plötzlich: „Ich hab sowas von keinen Bock!“ – und ich war sowas von froh, dass er genau meine Gedanken ausgesprochen hatte. Wir sind dann noch schnell in den Supermarkt, haben ein wenig etwas für das Abendessen eingekauft und sind dann zurück in die gemütliche Wohnung. Dort habe ich nicht etwa die restlichen Punkte auf meiner To-Do-Liste abgehakt, stattdessen haben wir die neue Serie „Quicksand“ komplett durchgeschaut und uns nicht mehr von der Couch bewegt.

Erst da habe ich gemerkt, wie sehr ich so ein faules Wochenende gebraucht habe. Die letzten Wochenenden war ich entweder selbst unterwegs oder hatte Besuch. Für wirkliche Entspannung war da wenig Zeit. Für Produktivität und das Abhaken meiner To-Do’s allerdings auch nicht. Dementsprechend hatte ich mir für dieses Wochenende viel vorgenommen.

Es ist okay, ab und an nichts zu tun

Wir sind es gewohnt, von allen Seiten zu hören, wie viel andere zu tun haben, wie lang ihre To-Do-Liste ist und wie produktiv sie ihre Zeit genutzt hat. Sowohl in meinem privaten Umfeld als auch auf Social Media sind alle immer super busy. Für ein entspanntes Wochenende hat niemand Zeit – und wenn dann nur als wertvolle Me-Time mit Wellness-Programm, einem Ratgeber über Selbstliebe und am besten ohne Handy und Internet. Das ist aber gar nicht das, was ich will.

Ich will in meiner Jogginghose im Bett oder auf der Couch liegen und nichts tun außer den ganzen Tag Grey’s Anatomy zu gucken. Und ich will dabei kein schlechtes Gewissen haben. Doch genau das hatte ich, als ich dann abends im Bett lag und im Kopf die Dinge durchging, die ich alle unbedingt noch schaffen muss. Kurz habe ich mich gefragt, wie es sein kann, dass scheinbar alle Welt am Samstag feiern geht und am Sonntag dann trotzdem um acht Uhr aufsteht, um einen super produktiven Tag zu haben.

Dann habe ich beschlossen, dass ich das gar nicht will. Ich will viel lieber diese Wochenenden, an denen ich einfach mal nichts tue. Zumindest nichts Gehaltvolles. Als Studentin konnte ich nie so recht nachvollziehen, warum sich alle so auf das Wochenende freuen. Ich hatte damals auch öfter das Gefühl, super busy zu sein und habe natürlich auch viel am Wochenende erledigt. Hausarbeiten schreiben, für Klausuren lernen oder Uniprojekte angehen funktioniert schließlich auch an einem Sonntag.

Dafür habe ich aber auch unter der Woche gerne mal bis 11 im Bett gelegen und noch ein paar Folgen meiner Lieblingsserie geschaut, bevor ich mich auf den Weg in die Uni gemacht habe. Das ist jetzt nicht mehr möglich und ich frage mich, warum ich mir dann an den einzigen Tagen, die ich frei zur Verfügung habe, selbst einen solchen Stress mache. Schließlich zwingt mich niemand außer mir selbst dazu, meine privaten To-Do’s abzuhaken. Das tue ich nur für mich – und in welchem Tempo, das ist ganz mir überlassen.

Eigentlich hatte ich gar nicht vor, diesen Beitrag zu schreiben – wo ich doch selbst gerade erst einen Blogpost über Produktivität hochgeladen habe – doch dann hat mich dieses Thema nicht mehr losgelassen. Gerade weil es, vor allem auf Instagram, scheinbar Trend ist, damit zu prahlen, wie viel man doch ständig erledigt.

Ein Kommentar bei „Bloß kein Stress“

  1. Oh du sprichst mir aus der Seele. Mir ist auch schon aufgefallen, dass es gerade IN ist meter lange To Do – Listen abzuarbeiten. Dabei muss man sich doch auch mal ausruhen. Während ich das tippe liegt neben mir nämlich genau so eine To Do – Liste. Leider bin ich noch kein Stück weiter damit gekommen, weil ich viel lieber bei Pinterest herum hänge und mich durch die Bilder dort klicke.

    Liebe Grüße, Milli
    (https://www.millilovesfashion.de)

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