5 Tipps für ein unvergessliches Auslandssemester in Australien

Vor genau einem Jahr bin ich in Australien angekommen. Ich erinnere mich daran als wäre es gestern gewesen: Wie ich noch vollkommen verwirrt einfach mal die Sicherheitskontrolle am Melbourner Flughafen übergangen habe, wie ich dann zum ersten Mal das Flughafengebäude verlassen habe und mir die warme Sommerluft entgegen strömte, wie ich mit dem Taxi zum Studentenwohnheim gefahren bin und mir, von über einem Tag Flug völlig übermüdet, zum ersten Mal mein Zimmer angesehen habe. All diese neuen Eindrücke sind schnell Alltag für mich geworden und mittlerweile sind es liebgewonnene Erinnerungen an eine der schönsten Zeiten in meinem Leben.
Das halbe Jahr, das ich in Australien verbracht habe, möchte ich auf keinen Fall mehr missen. Dabei hatte ich kurz vor Abreise noch so meine Bedenken, ob ich es wirklich so lange, so weit weg von zu Hause aushalte. Letztendlich ist die Zeit jedoch wie im Flug vergangen und ich wünschte, ich könnte die Uhr zurück drehen.
Für alle, die sich ebenfalls für ein Auslandssemester, Australien oder einfach nur einen kleinen Reisebericht interessieren, habe ich hier 5 Tipps, zusammengestellt, die einen Auslandsaufenthalt in Australien unvergesslich machen.

1. Werdet euch darüber bewusst, an was für einem Ort ihr leben möchtet

Australien ist ein riesiges Land, mit vielen, vielen Möglichkeiten. Nicht überall in Australien wird man dieselbe Auslandserfahrung haben. Klima, Landschaft, Städte und Menschen unterscheiden sich, je nachdem an welchen Ort man geht. Wollt ihr es warm haben und viel an den Strand gehen und surfen? Wollt ihr eine alternative Stadt mit vielen Möglichkeiten oder wollt ihr möglichst nah an der Natur sein? Gerade das Wetter spielt wahrscheinlich für viele eine wichtige Rolle, wenn sie an Australien denken. Das Klischee sagt ja, dass es dort immer warm ist, was aber so nicht stimmt. Der Winter in Melbourne kann ziemlich kalt werden. Nicht so kalt wie hier versteht sich, aber spätestens ab Mai sieht es mit sonnigen Strandtagen schlecht aus.
2. Findet die richtige Unterkunft

Meinem Empfinden nach ist es in Australien wesentlich einfacher ein möbliertes Zimmer zur Zwischenmiete zu finden, als in den meisten deutschen Städten. Und genau das ist es ja, wonach man in den meisten Fällen sucht. Während man in Deutschland gefühlte 150 WGs anschreiben muss, bis man irgendwo einen Platz findet – aber das auch erst in drei Monaten – ist die Wohnungssuche in Australien viel entspannter. Vermutlich liegt es daran, dass Studenten hier öfter umzuziehen und somit häufiger Zimmer frei werden. Als ich nach Melbourne gekommen bin, wusste ich davon noch nichts und habe mich deshalb schon von zuhause aus um einen Platz im Studentenwohnheim gekümmert. Eine Entscheidung, die ich auf keinen Fall bereue. Ich habe dort tolle Leute kennen gelernt, an vielen Aktivitäten teilnehmen können und habe direkt auf dem Campus gewohnt. Allerdings sind die Studentenwohnheime in Australien, anders als hier in Deutschland, oftmals teurer als andere Wohnungen, weshalb sich eine Suche Vorort durchaus lohnen kann. Viele der Austauschstudenten, die ich kennen gelernt habe, haben ihre erste Zeit in Australien in einem Hostel oder  einer AirBnB Wohnung verbracht und haben dann Wohnungen besichtigt und auch relativ schnell etwas Passendes gefunden.
3. Plant nicht zu viel im Voraus

Ein vielleicht etwas seltsamer Tipp, aber dennoch einer, der dem ein oder anderen sicher gut tut. Ich selbst hätte mein Auslandssemester am liebsten vom ersten bis zum letzten Tag durchgeplant. Ich neige dazu, mich verrückt zu machen, wenn ich nicht weiß, was mich in nächster Zeit erwartet. Gerade am Anfang hatte ich immer wieder das Gefühl, meine Zeit zu verschwenden, wenn ich nicht schon mindestens drei Reisen im nächsten Monat geplant hatte. Ich wollte die Zeit, die ich in Australien hatte nicht mit banalen Alltagsdingen verstreichen lassen. Aber letztendlich sind es gerade diese Alltagsdinge, an die ich mich nun am liebsten zurück erinnere. Weil der Alltag dort eben doch so anders war, als er es hier ist. Vieles hat sich einfach so spontan ergeben. Alles schon im Voraus zu planen war da gar nicht nötig. Letztendlich habe ich auch so jeden Tag genossen!
4. Reist im typischen Backpacker-Stil

Australien ist besonders für Working Holidays sehr beliebt. Und das hat einen Grund: Das Land hat auch mit wenig Gepäck auf den Schultern und ebenso wenig Budget in den Taschen sehr viel zu bieten. Als Student hat man in Australien die Möglichkeit viel herum zu reisen, sei es im Semester oder auch danach, denn das Studentenvisum gilt noch einen Monat nachdem man die Uni beendet hat. Allerdings ist das nicht immer günstig. Flüge und Unterkünfte können oft teurer sein, als man erwarten würde. Bei vielen Strecken lässt es sich nicht vermeiden zu fliegen, dafür ist Australien einfach zu groß. Ansonsten würde ich aber immer einen Roadtrip empfehlen. So sieht man mehr vom Land und kann mehr Orte bereisen. Mietet euch einen günstigen Campervan oder kauft euch einen Gebrauchtwagen und geht campen. Alternative günstige Unterkünfte sind zum Beispiel AirBnB Wohnungen oder Hostels. Mit beidem habe ich auf meinen Reisen durch Australien gute Erfahrungen gemacht. Aufenthalte in teuren Hotels lassen die Reisekasse schnell schrumpfen und bieten einem zudem eine viel zu einseitige, touristische Erfahrung.
5. Seid offen und lernt viele neue Leute kennen

Ich weiß, dass das klischeemäßig über so gut wie jedes Land gesagt wird, aber als ich in Australien angekommen bin, hatte ich wirklich das Gefühl, dass die Leute dort viel freundlicher sind als hier in Deutschland. Das mag vielleicht sogar stimmen, aber letztendlich hat man diesen Eindruck zum Großteil seinem eigenen Auftreten zu verdanken. Während ich hier in Deutschland oft im Stress bin, die Leute um mich herum gar nicht wirklich wahrnehme und im Zug hoffe, dass sich niemand neben mich setzt, bin ich den Leuten in Australien viel offener begegnet. Immer darauf aus neue Leute kennen zu lernen. Dadurch habe ich tolle Freundschaften geschlossen, interessante Geschichten gehört und tolle neue Orte kennen gelernt. Es lohnt sich also wirklich, freundlich auf die Leute zuzugehen. Nicht nur in Australien, sondern überall auf der Welt!

Natürlich ließe sich noch sehr viel mehr zu diesem Thema erzählen, aber dann würde dieser Post unendlich lang. Ich verlinke euch hier nochmal ein paar der Wochenrückblicke, die ich in meiner Zeit in Australien geschrieben habe, falls ihr Interesse habt, noch etwas mehr über mein Leben dort zu erfahren: 

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3 Kommentare

  1. Was für ein wunderbarer und spannender Artikel. Ich selbst habe auch oft überlegt, nach dem Abi nach Australien zu gehen, es mir aber nie zugetraut. Die Bilder sind wirklich wunderschön und finde es toll, wie du alles kurz und knapp auf den Punkt gebracht hast. 🙂

    Liebe Grüße
    Madeleine
    https://www.bloglovin.com/blogs/maracujabluetewordpresscom-13340301

  2. Oh wow, dass klingt echt toll :-)! Bestimmt ganz nützliche Tipps für viele die Auswandern wollen.

    Liebe Grüße 🙂

    http://jule-elysee.blogspot.de/

  3. Danke! Wenn du wirklich Interesse hast hinzufliegen ist es ja grundsätzlich nie zu spät 🙂

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